Weg vom Sparbuch, hin zu Aktien.

Geldanlage ist nicht nur ein Thema für vermögende Menschen, sondern muss auch Personen, die wenig verdienen, bewegen. Besonders die Altersvorsorge sollte einen hohen Stellenwert einnehmen, weil das Niveau der gesetzlichen Rente fällt und Ängste vor Altersarmut entstehen.[1] [2]

Sparbücher und Festgeldanlagen, die im Verhältnis zu anderen Investitionsformen nur gering verzinst sind [3], sodass sie nicht einmal die Inflation decken und somit zur Entwertung des Angesparten führen, werden häufig genutzt, wie der Artikel „Geh mir weg mit Aktien!“ der Zeit beweist. [4] 4,9 Billionen EUR hatten die Deutschen 2013 auf der hohen Kante, 5 Prozent davon in Aktien.

Was aber bislang nicht betrachtet wurde: Will jeder Mensch nur für das Alter sparen? Gibt es nicht auch andere Dinge, für die angespart werden könnte? Ein Auto, das in 5 Jahren gekauft werden soll, mit einem reinen Aktiendepot zu besparen, wäre falsch, weil das Risiko eines Verlusts zum Auszahlungszeitpunkt zu groß ist. Daher sind Aktien nicht immer das geeignetste Mittel, um zu Sparen. Jeder Mensch, beziehungsweise jedes Sparvorhaben, hat ein eigenes Risikoprofil.

Zum einen gibt es risikoaverse Menschen. Diese neigen zu sicheren Anlagen, bei denen das Verlustrisiko so gering wie möglich ist. Risikoaffine Menschen hingegen neigen dazu den höchstmöglichen Gewinn zu erwarten, weil sie bereit sind das höchstmögliche Risiko einzugehen.

Spart man somit für Güter, die kurz bis mittelfristig angeschafft werden sollen, sollte eine risikoaverse Methode gewählt werden. Langfristige Ziele sollten demgegenüber mit risikoaffinen Strategien verfolgt werden.

Kommen wir zurück zur Überschrift „Weg vom Sparbuch, hin zu Aktien“, Anleihen und Immobilien. Bereits ein sehr konservativ gehaltenes Portfolio aus Staatsanleihen hat eine höhere Verzinsung als ein Sparbuch (nämlich 3,24 Prozent Rendite vor Kosten) . Das Risiko (Staatspleite, Währungsrisiko, Zinsrisiko) ist dabei natürlich gering erhöht. [5].

Nimmt man nun statt Anleihen einen  Exchange Trades Fund (ETF), der sein Kapital in weltweit tätige Firmen investiert, so erhält man eine noch bessere Verzinsung bei weiter steigendem Risiko, welches jedoch weiterhin minimal ist.

Folgendes Beispiel soll die Entwicklung von 10.000 EUR anhand des  iShares Core MSCI World UCITS ETF visualisieren:

Am 25.09.2009 wurde der ETF aufgelegt. Heute, am 18.08.2016, beträgt der brutto Wert des Kapitals 17.742,86 EUR. Man darf aber nicht unterschlagen, dass die Renditen stark schwanken. 2011 betrug die Rendite -5,88 Prozent, im darauffolgenden Jahr hingegen hohe 15,53 Prozent. [6] Deutlich zu erkennen, dass Aktien nichts für ein ruhiges Gemüt sind.

Die durchschnittliche jährliche Rendite lag bei 8,57 Prozent. Sparbücher hätten in der Zeit von 2009 bis 2014 eine jährliche Rendite von durchschnittlich 1,23 Prozent. [7] Würde man noch die nachfolgenden Jahre miteinbeziehen, wäre die Rendite noch niedriger. Betrachtet man jedoch zusätzlich die Inflation, um den realen Wertzuwachs zu berechnen, so ergibt sich ein ganz klares Bild: Die Inflation betrug in den Jahren 2009 bis 2014 durchschnittlich 1,32 Prozent. [8] Somit wurde das Kapital auf den Sparbüchern vernichtet.

Es muss daher eine Umschichtung vom Sparbuch in Aktien, Anleihen und Immobilien erfolgen. Im zweiten Teil der Serie werde ich darauf näher eingehen.

 

Dieser Text stellt keine Investitions- bzw. Anlageberatung dar.

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[1] Vgl. Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen.

[2] Vgl. Armbruster (2016).

[3] Vgl. Schwarzer (2011).

[4] Vgl. Jungbluth (2013).

[5] Vgl. iShares (online).

[6] Vgl. iShares (online).

[7] Vgl. Statista – Entwicklung des durchschnittlichen Zinssatzes für Spareinlagen (Sparbuchzinsen) in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2014.

[8] Vgl. Inflation-Deutschland.de (online).

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