Erfahrung p2p Lending Mintos und Bondora

 

Hallo liebe Kapitalisten und die, die es werden wollen,

seit Oktober 2016 investiere ich in Verbraucherkredite mit Hilfe der Plattformen Mintos (Litauen) und Bondora (Estland). In Deutschland gibt es ebenfalls einen Anbieter, Auxmoney. Dieser bietet aber Renditen, die nicht im richtigen Verhältnis zum eingegangenen Risiko stehen. Daher nutze ich diesen Anbieter nicht. Ein User bat mich meine Erfahrungen mit p2p-Lending zu teilen. Dem komme ich jetzt nach.

Bondora

Dieser Anbieter vergibt Kredite direkt an private Nachfrager. Das Ausfallrisiko des Antragstellers wird durch einen Algorithmus geschätzt und der zu zahlende Zins wird ermittelt. Ich als Investor kaufe dann z.B. 10 EUR von der Forderung und erhalten dann den entsprechenden Anteil Zinsen und Tilgung. Im folgenden Bild ist das verdeutlicht. Die orange Linie zeigt die Höhe der geplanten Tilgung (inkl. der Kredite, die nicht zahlen). Die grüne Linie zeigt die gezahlte Tilgung und die gezahlten Zinsen. Solange Grün höher ist als Orange mache ich einen Gewinn. Positiv ist auch, dass die ausgefallenen Kredite mitberechnet werden. Diese werden durch die Zinszahlungen aufgefangen.

In dieser Grafik zeige ich die Entwicklung meines eingesetzten Kapitals und der reinvestierten oder ausgezahlten Zinsen. Je größer der Abstand der grauen Linie zur blauen, desto besser. Blau ist mein eingezahltes Kapital und grau eingezahltes Kapital plus Zinsen. Die blaue Linie sinkt, weil ich mit die Zinsen, die ich erhalte, auszahlen lasse. Jedoch entnehme ich nur so viel, dass das Kapital erhalten bleibt.

Zu guter Letzt möchte ich noch die Entwicklung der annualisierten Renditen zeigen. Schwankungen ergeben sich, weil teilweise Kredite des eigentlichen Monats erst im darauf folgenden gezahlt werden. Die negative Rendite zu Anfang ist Investitionen vom sogenannten Zweitmarkt geschuldet. Bei Bondora habe ich nämlich die Möglichkeit meine laufenden Kredite an andere Investoren zu verkaufen. Ich habe im Oktober Kredite gekauft und musste Gebühren zahlen. Und diese schmälerten meine Rendite.

Bondora hat einen großen Vorteil gegenüber Mintos. Ich kaufe viele verschiedene Kredite und bin damit stark diversifiziert. Mintos Nachteil erläutere ich im nächsten Abschnitt.

Mintos

Bei Mintos gibt es einige verschiedene Anbieter von Privatkrediten (wie Bondora einer ist). Diese Anbieter vergeben Kredite an Privatpersonen oder Unternehmen, welche ihn dann auf einmal oder in Raten zurückzahlen. Mintos hat einen großen Vorteil gegenüber Bondora. Es gibt eine „Buyback-Garantie“. Wenn ein Kredit nach 60 Tagen nicht bedient wurde, wird mit der investierte Betrag plus Zinsen gutgeschrieben. Klingt zunächst nach Null Risiko. Das Risiko ist aber hierbei, dass der Emittent, als der Kreditgeber, zahlungsunfähig wird, wenn zu viele Menschen/Unternehmen ihren Kredit nicht bedienen. Dann hilft auch keine Buyback-Garantie. Daher ist das ein Nachteil von Mintos gegenüber Bondora. Bei Bondora investiere ich in viele einzelne Menschen, bei Mintos eher in Unternehmen. Solange man bei Mintos keine Kredite von StartUps kauft, da diese keine hohen Kapitalrücklagen besitzen, steht man relativ sicher da. Jetzt habe ich lange um den heißen Brei geschrieben, hier meine Ergebnisse seit Oktober 2016:

 

Da es bei Mintos noch keinen einzigen Ausfall eines Kreditgeber gab, wächst mein Kapital. Die hellblaue Linie zeigt mein eingezahltes Kapital, die dunkelblaue zeigt mein Kapital inklusive der erhaltenen Zinsen, die reinvestiert wurden. Auch bei Mintos zahle ich mir die Zinsen mittlerweile aus, damit die Privatkredite in meinem Gesamtdepot (bestehend aus Aktien, Immobilien, Anleihen und Privatkrediten) weiterhin einen kleinen Anteil in Anspruch nehmen.

Die Rendite ist ebenfalls hoch. Die 7,7% und 9,7% sind in vorangegangen hohen Einzahlungen und noch nicht gezahlten Zinsen begründet.

Bei Mintos investierte ich vorwiegend in kurzlaufende Kredite. Seit Dezember 2017 habe ich meine Strategie verändert und investiere in langlaufende (24 Monate +) Kredite. Zum Beispiel wird das Risiko der Wiederanlage stark reduziert. Bedeutet, dass ich nicht alle 3 Monate einen neuen Kredit suchen muss, in den ich die freigesetzten Mittel reinvestiere. Auch sicher ich mir für mindestens 24 Monate den Zinssatz und bin vor Veränderungen geschützt.

Habt ihr Fragen? Wenn es viele Fragen sind, erstelle ich gerne einen Artikel, ansonsten antworte ich in den Kommentaren.

Ich werde euch über weitere Geschehnisse auf dem Laufenden halten.

 

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