Börse für Anfänger (6): Wann sollte ich nicht in Wertpapiere investieren?

Wann sollte ich nicht in Wertpapiere investieren

Zugegeben, es gibt nur wenige Gründe, die gegen Investitionen in Wertpapiere sprechen. Jedoch gibt es sie und sie sind nicht von der Hand zu weisen.

Verwechslung von Investition und Spekulation

Zwischen den beiden Begriffen gibt es einen gewaltigen Unterschied. Eine Investition ist die Anlage von Kapital in einen Sachwert. Dieser Sachwert stellt dann mit dem bereitgestellten Kapital Güter her und erwirtschaftet durch den Verkauf einen Gewinn, der an den Investor ausgeschüttet wird. Eine Spekulation hingegen wettet auf einen steigenden Preis eines Sachwerts, weil er meint mehr als der Markt zu wissen. Spekulationen sind beispielsweise Käufe von Kryptowährungen und Rohstoffen (Gold, Öl etc.). Auch der Kauf von Immobilien kann spekulativ sein, wenn man nur auf die Wertsteigerung aus ist. Wohingegen eine Anlage in eine Unternehmensbeteiligung, beispielsweise Coca-Cola, Microsoft und so weiter, eine Investition darstellt. Dem Unternehmen wird Kapital für seine operativen Geschäfte zur Verfügung gestellt. Jedoch ist auch hier ein bisschen Spekulation enthalten. Man wettet ja, dass sich das Geschäft von Coca-Cola gleich oder besser entwickelt. Es gibt nichts spekulationsfreies auf dem Kapitalmarkt. Die Zukunft kann niemand voraussagen. Aber man kann sein Risiko begrenzen, indem man vor dem Kauf rational überlegt.

Das schnelle Geld

Den Gedanken, dass du mit Aktien und Anleihen schnelles Geld verdienen kannst, solltest du sofort wieder vergessen. Beide Wertpapierarten sind langfristiger Natur. Nicht nur, dass du durch ständiges Kaufen und Verkaufen Gebühren an deine Bank zahlen musst, die du zunächst erwirtschaften musst, sondern es besteht mindestens die 51 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass du Geld am Kapitalmarkt verlierst, wenn du versuchst schlauer als der Markt zu sein.

Warum 51 Prozent? Ein Aktienkurs kann steigen oder fallen. Beides ist gleich wahrscheinlich. Da du aber noch Gebühren zahlen musst, fängst du so gesehen im Minus an und der Aktienkurs muss steigen, damit du zumindest deine Kosten wieder hereinholst.

Daytrader sind so eine besondere Art „Investoren“ (eher Spekulanten), die versuchen durch Deuten selbst erstellter Linien in einem Chart, intelligenter zu sein als der gesamte Markt. Es ist vergleichbar mit einem Kasino. Du verlierst öfter als du gewinnst!

Die eigene finanzielle Situation

Vor der ersten Investition muss die eigene finanzielle Situation geklärt sein. Solltest du Schulden auf deiner Kreditkarte haben oder deinen Dispositionskredit nutzen, dann musst du dich zunächst um diese Baustellen kümmern. Die Zinsen bewegen sich hier teilweise im zweistelligen Bereich und kosten dich sehr viel Geld. Außerdem musst du diese Verbindlichkeiten irgendwann begleichen. Und dieses Geld steht dir dann nicht mehr zum Investieren zur Verfügung.

Investitionen in Aktien und Anleihen sind überwiegend langfristige Angelegenheiten. Daher musst du bedenken, dass dein angelegtes Kapital über einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung steht. Berechne vorher, wie viel Geld du in den nächsten Jahren benötigen wirst. Rechne großzügig für deine Mobilität, Freizeit und auch Weihnachtsgeschenke zum Beispiel. Es sollte dir nie passieren, dass du aufgrund von Geldmangel dein Vermögen liquidierst!

Ich denke, dass ich kurz und schmerzlos zusammenfassen konnte, wann du nicht in Wertpapiere investieren solltest. Sind diese drei Hauptpunkte überdacht, kann es schon beinahe losgehen.

Im nächsten Artikel erfährst du alles wissenswerte über Aktien, Anleihen, Immobilien und ETF – Wir kommen deinem ersten Depot immer näher.

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