Börse für Anfänger (4): Wie viel kann ich monatlich sparen?

Wie viel ich monatlich sparen kann

Im Grunde genommen ist die Formel sehr einfach. Einnahmen minus Ausgaben ergeben die Summe, die ich monatlich sparen kann. Die Krux liegt hierbei im Detail.

Die fixen Einnahmen sind relativ einfach herauszufinden. Meistens ist das das Gehalt oder ein anders regelmäßiges Fixum. Die variablen Einnahmen sollten konservativ geschätzt werden. Vielleicht gehst du unregelmäßig einer Tätigkeit nach, die Großeltern schenken dir Bares oder du erhältst bereits Zinsen oder Dividenden?

Deine Ausgaben solltest du aus dem Haushaltsbuch entnehmen können. Wenn du noch keines führst, dann musst du dir schnellstmöglich eines erstellen. Du erhälst sofort einen Überblick über deine Finanzen. Es gibt hierfür sehr viele digitale Anbieter, die auch auf dem Handy funktionieren. Die fixen Ausgaben lassen sich wieder leicht herausfiltern. Schau hierfür einfach auf alle Kosten, die regelmäßig in derselben Höhe anfallen (meistens am Monatsanfang). Hierzu zählt beispielsweise die Miete aber auch Versicherungen und Kreditrückzahlungen. Die variablen Kosten müssen über einen langen Zeitraum gemittelt werden, damit sie auch realistisch sind. Du kannst die variablen Kosten natürlich auch schätzen. Bei dieser Methode können jedoch große Unterschiede zwischen Soll- (Schätzung) und Ist-Kosten (tatsächlich entstanden) entstehen. Ich plane mit folgenden Konten, die noch einmal unterteilt sind:

  1. Haushalt (Miete, Strom etc.)
  2. Tägliches Leben (Lebensmittel, Medikamente)
  3. Mobilität (Auto, Fahrrad, ÖPNV)
  4. Freizeit (Ausgehen, Urlaub, Sport, Bildung)
  5. Bürokratie (Verbindlichkeiten, Versicherung, Strafzettel)

Im folgenden Bild stelle ich eine beispielhafte Aufstellung aller Einkünfte und Ausgaben auf. Die Unterscheidung in fix und variabel ist wichtig, da nur bei den variablen Kosten Einsparungen vorgenommen werden können.

Die variablen Einnahmen könnten stark schwanken und sollten bei der Planung des Sparbetrags nicht berücksichtigt werden. Erst am Ende des Monats, wenn die variablen Einnahmen tatsächlich realisiert wurden, sollte der Sparplan für den nächsten Monat um diese Summe erhöht oder die variablen Einnahmen sollten über das Jahr auf einem separaten Konto gutgeschrieben werden. Am Jahresende kann mit dem Guthaben ein Rebalancing durchgeführt werden.[1]

Das grüne Ergebnis zeigt die maximal mögliche Sparsumme an (inklusive variabler Einnahmen). Das rote Ergebnis betrachtet nur die fixen Einnahmen abzüglich aller Ausgaben. Wenn du zu 100 Prozent genau geplant hast, könntest du jetzt von einer fixen Sparrate von 327 EUR ausgehen. Da man aber nicht so genau planen kann, solltest du noch einen Puffer von gesunden 20 Prozent einplanen. Die 327 EUR müssen daher mit 0,8 multipliziert werden. Gerundet sollte deine Sparrate nun 262 EUR betragen.

Selbstverständlich musst du die Tabelle nach deinen Bedürfnissen anpassen. Eventuell möchtest du noch für einen Urlaub oder etwas anders sparen. Am einfachsten kann man diese Liste mit Microsoft Excel erstellen. Aber Stift und Papier reichen ebenfalls vollkommen aus. Gerne bin ich euch bei der Erstellung solch einer Liste behilflich.

[1] Rebalancing: Das Gleichgewicht wiederherstellen. Einige Wertpapiere entwickeln sich stärker, andere geringer. Das festgelegte Verhältnis der Wertpapiere im Depot muss regelmäßig überprüft werden. Dieses Thema wird in einem anderen Artikel behandelt. Der Verweis wird hier dann eingefügt, sobald er erscheint.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.