Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf die Dividendenrendite

Vor Kurzem habe ich eine Quartalsdividende in US-Dollar erhalten und auf der Abrechnung wurde mit einem Devisenkurs gerechnet. Ich habe mir zwar bereits Gedanken zum Thema „ausländische Erträge“ gemacht, jedoch keine tiefgründigen. Nun frage ich mich, was für Auswirkungen Devisenkursschwankungen auf die Rendite haben und wie sie entstehen.

Wechselkursschwankungen beruhen, wie alles in der freien Marktwirtschaft, auf Angebot und Nachfrage. Die Theorie der Zinsparitäten (Zinsgleichheit) versucht einerseits zu erklären, dass Anleger monetäre Mittel dort investieren, wo die höchste Rendite zu erwirtschaften ist. Zweitens versucht sie anhand der Renditeinteressen von Kapitalanlegern darzustellen, wie Wechselkursbewegungen entstehen.

Wechselkursbewegungen

Grundannahme ist, dass Anleger dort investieren, wo die höchste Rendite zu erwirtschaften ist. In diesem Fall wird die Währung mit den attraktiveren Renditen aufgewertet, weil diese stärker nachgefragt wird.

Für einen Investor ist es unter Renditeaspekten sinnvoll im Ausland zu investieren, wenn die ausländische Währung aufgewertet wird, solange er in dieser investiert ist. Das möchte ich an folgendem Beispiel näher erläutern:

Der Wechselkurs EUR/USD beträgt derzeit 1,25. Nun rechnet der Investor mit einer Aufwertung des USD auf 1,15. Also tauscht er 100 EUR in 125 USD um. Nach einiger Zeit ist der Kurs auf 1,15 gefallen. Nun muss er nicht 125 USD aufwenden, um 100 EUR zu erhalten, sondern nur 115. Er hat somit noch 10 USD übrig, welche er ebenfalls umtauscht und damit einen Gewinn von (100/115*10) 8,70 EUR realisiert.

Folglich ist zusammenzufassen, dass, wenn die Rendite im Ausland höher als im Inland ist, die erhöhte Nachfrage nach der ausländischen Währung zu einer Verknappung der Währung führt, die abgewertete Währung hingegen in großer Zahl angeboten wird und dies zu einer Abwertung führt.

Somit lassen sich Wechselkursbewegungen anhand der Zinsparitätstheorie erklären.

Weitere Faktoren

Neben den Renditeaspekten gibt es aber auch andere Faktoren, die eine Währung beeinflussen. Investoren fragen ebenfalls eine Währung nach, wenn die ökonomischen Erwartungen, wie Arbeitslosenzahlen und BIP-Wachstum, positiv sind.

Auch die Zentralbanken spielen eine wichtige Rolle, wenn es um Wechselkursschwankungen geht. Senkt die Zentralbank die Leitzinsen, ziehen Investoren das Kapital ab, weil niedrige Leitzinsen die Verzinsung für Anleihen senken und schlussendlich sinkt die Rendite.

Beeinflussung der Dividendenrendite

Anhand eines Rechenbeispiels möchte ich die Veränderungen visualisieren.

Aufwertung 10% Abwertung 10%
Kaufkurs: 75,00 USD Kaufkurs: 75,00 USD
Wechselkurs [EUR/USD] 1,2500 Wechselkurs [EUR/USD] 1,2500
Depotwert in EUR 60,00 EUR Depotwert in EUR 60,00 EUR
Dividende 2,50 USD Dividende 2,50 USD
Wechselkurs [EUR/USD] 1,1250 Wechselkurs [EUR/USD] 1,3750
Umrechnung 2,22 EUR Umrechnung 1,82 EUR
Rendite 3,70% Rendite 3,03%

Man erkennt, dass die Rendite um 0,67 Punkte sinkt, sobald die Währung um 10% aufgewertet wird. Bei einer einzigen Aktie ist der absolute Verlust nur minimal (0,40 EUR). Wenn man jedoch statt 60 EUR das Tausendfache in US-Wertpapiere angelegt hat, sind dies bereits 400 EUR, die einem entgehen!

 

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